Zeitzeugengespräche

Im Gespräch mit Zeitzeugen können viele Themen sehr intensiv und persönlich angegangen werden. Sie erzählen ihre eigene Geschichte, berichten von persönlichen Erfahrungen, was wesentlich interessanter ist, als einfach einen Text zu lesen oder gar geschichtliche Daten als Liste vorzusetzen. Junge Menschen können sich durch die Erzählung in die Lage der Personen besser hinein versetzen, können es nachvollziehen und beginnen zu verstehen.

Wie organisiere ich ein Zeitzeugengespräch?

  • Zum Glück leben noch einige ältere Menschen, die selbst als Jugendliche oder junge Erwachsene den Nationalsozialismus erlebt haben. Meist sind sie heute selbst schon recht betagt, alt und auch körperlich schon etwas gebrechlich. Daher ist eine gute Vorbereitung und viel Rücksichtnahme gefragt.
  • Am besten überlegt Ihr also zuerst sehr gut, welches Thema Euch eigentlich interessiert, was Ihr gerne wissen möchtet und recherchiert vorab mit Hilfe von Büchern oder Informationen im Internet, damit Ihr gut vorbereitet seid.
  • Manchmal ergibt sich ein Zufall und es gibt in der eigenen Familie oder in der Familie von Freunden oder Bekannten, ältere Menschen, die bereit sind über ihre Erfahrungen zu berichten. Es gibt jedoch gerade in dieser Generation auch viele Menschen, die nicht über die NS-Zeit sprechen möchten.
  • Mehr Erfolg verspricht daher ein Besuch oder ein Anruf bei der örtlichen Gedenkstätte. In vielen Städten und Kreisen gibt es Gedenkstätten zur NS-Zeit, die gerne auch mit jungen Leuten arbeiten und oft sehr hilfsbereit sind. Hier könnt Ihr um Hilfe bei der Vermittlung eines Zeitzeugen fragen.
  • Im nächsten Schritt müsst Ihr einen Raum organisieren. Wo soll das Gespräch stattfinden? Gibt es einen Raum in Eurer Schule? Im Betrieb? Vielleicht können Euch Eure Lehrer oder Ausbilder helfen.
  • Dann ist es an der Zeit eine Einladung zu schreiben. Das kann ganz verschiedene Formen haben: Zum Beispiel könnt Ihr Plakate erstellen, einen Flyer gestalten, einen Brief schreiben oder eine Rundmail schreiben ... Euch fällt bestimmt noch mehr ein.

Zum Gespräch selbst könnt Ihr - je nach Finanzbudget - auch Getränke oder einen Snack organisieren. In jedem Fall solltet Ihr wenigstens für Euren Gast - den Zeitzeugen - ein Glas Wasser bereit stellen.