Mit einem riesigen Transparent, das Jugendliche von der Rheinkniebrücke beim Düsseldorfer Landtag herabließen, wurde am Sonntag die Kampagne „schlauer statt rechts“ gestartet.
Mit der Kampagne wollen die Initiatoren – DGB-Jugend NRW, das Jugendwerk der AWO NRW, die Naturfreundejugend NRW und der der NRW-Landesverband der Falken - Aktionen in Schulen und Betrieben gegen eine erstarkende rechte Jugendszene anstoßen.
Bei der Eröffnungsveranstaltung von „schlauer statt rechts“ am Holocaust-Gedenktag warnte der Vorsitzende des DGB NRW, Guntram Schneider, davor, tatenlos mit an zu sehen, wie rechtsextremes Gedankengut wieder hoffähig gemacht werde: „Es erschreckt mich, dass 75 Jahre nach der Machtergreifung der Nazis sich immer mehr rechte Gruppierungen in NRW breit machen. Dieses sollten wird nicht verharmlosen. Deshalb freue ich mich, dass heute die Jugendlichen die Initiative ergreifen und sich gegen Neonazismus und Rassismus engagieren."
Dabei sei es gar nicht so einfach, Nazis als solche zu erkennen, ihre Argumente zu durchschauen und vor allem, ihnen etwas entgegenzusetzen, meinte die Vorsitzende der DGB-Jugend in NRW, Antonia Kühn. „Schülerinnen und Auszubildende werden in ihrem Alltag mit Elementen rechter Ideologie konfrontiert. Rassistische Botschaften sind in Musik und Kleidung versteckt oder werden auf Internetseiten offen präsentiert.“ Mit „schlauer statt rechts“ wolle man Schülern und Auszubildenden helfen, rechtsextreme Momente in der Jugendkultur zu erkennen und dagegen vorzugehen. „Wir setzen vor allem darauf, dass Jugendliche ihre eigenen Ideen für Aktionen gegen rechts in Betrieben und Schulen realisieren können“, so Antonia Kühn. Die Kampagne biete hierfür praktische Unterstützung an. Dazu gehören Bildungs- und Informationsmaterialien, Vermittlung von Referenten, Beispiele für Aktivitäten sowie Beratung und eine Plattform zum gegenseitigen Austausch. An zentralen Veranstaltungen sind unter anderem ein Parcours zu rechtem Lifestyle, Gedenkstättenfahrten und Konflikttraining sowie ein Konzert im Oktober in Vorbereitung.
Die Initiatoren freuten sich besonders darüber, dass sich schon vor dem offiziellen Start von „schlauer statt rechts“ mehr als 40 Jugendgruppen mit Aktionsvorschlägen gemeldet haben.
Ein besonderes Beispiel sind die Aktivitäten der Auszubildenden der INEOS GmbH, die ihre Ergebnisse vorstellten. Mehr dazu hier.
Prominente Unterstützung findet die Kampagne mit der Kölner Kultband „Brings“ und dem Kabarettisten Fatih Cevikkollu - vielen bekannt als Murat Günaydin aus „Alles Atze“. Die Hip-Hop Band Microphone Mafia begleitete den Auftakt musikalisch.